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Aufführung der Matthäus-Passion in der katholischen Kirche Heilig-Kreuz Detmold (eu). Auch wenn die aktuellen Temperaturen und Witterungsbedingungen noch keine Aussicht auf den Frühling zulassen, wurde am letzten Sonntag der Beginn der Osterzeit musikalisch eingeläutet. Die Detmolder Kantorei, das Instrumentalensemble »La rejouissance«, die Detmolder Schloss-Spatzen und ausgewählte Solisten ließen die Matthäus-Passion BWV 244 in der Heilig-Kreuz-Kirche in Detmold erklingen. PDF
Johann Sebastian Bach war während seiner Zeit als Kirchenmusiker in Leipzig für die musikalische Gestaltung an der Thomas- und der Nikolaikirche verantwortlich und somit auch für die Komposition einer oratorischen Passion. Die Matthäus-Passion entstand 1727, drei Jahre nach seiner ersten Passion, der Johannes-Passion, und unterscheidet sich vor allem durch die Besetzung und die gesamte Konzeption. Auffallend ist, dass die Matthäus-Passion, im Gegensatz zu seinen anderen Passions-Oratorien, ausschließlich aus Originalkompositionen besteht. Ein weiteres Merkmal der Matthäus Passion ist ihr Formenreichtum, der aus dem gesamten Formenkatalog der damaligen weltlichen und sakralen Musik schöpft. Für den Zuhörer ist besonders das Einsetzen des Chores innerhalb einzelner Arien hörbar. So tritt der Einsatz zum einen als Dialog mit der Solopartie und zum anderen als Kommentar auf. Einer der bedeutendsten Theologen und Denker des 19. Jahrhunderts Albert Schweitzer, sprach von der Matthäus-Passion als »... das bedeutendste Werk der abendländischen geistlichen Musik«. Johann Sebastian Bach selber maß diesem Oratorium ebenfalls viel Wert bei, nur so ist zu erklären, dass er die gesamte Partitur Jahre später noch einmal sorgfältig abschrieb, so dass eine der saubersten Autographen von Bach erhalten blieb. Bei diesem Konzert waren es die Detmolder Kantorei und die Detmolder Schloss-Spatzen unter der Leitung von Andrea Schwager, die das Werk gesanglich zum Leuchten brachten. Auch das Instrumentalensemble »La rejouissance« machte seine Sache hervorragend und bewies durch ihr unaufdringliches Zusammenspiel und die feine Artikulation ein Gespür für die Barockmusik zu Bachs Zeiten. Die Solisten des Abends Magdalene Harer (Sopran), Christiane Schmidt (Alt), Andreas Post (Tenor), Gottfried Meyer (Bariton) und Hinrich Horn (Bass) fügten sich nahtlos in das überzeugend gestaltete Bild ein und setzten ihrerseits musikalische Glanzpunkte der Aufführung. Besonders hervorzuheben ist der Tenor Andreas Post, der die erzählenden Texte des Evangelisten zum Besten gab. Eine hörbar erfahrene Stimme auf dem Gebiet des Oratoriums, die sich in der Akustik der Kirche vollkommen entfalten konnte. Eine großartige Darbietung musikalischen Könnens und eine angenehme Einstimmung auf die kommende Jahreszeit. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass auch das Wetter bald die ersten Anzeichen des Frühlings durchblicken lässt.
Die Sopranistin Magdalena Harer überzeugte die Zuhörer mit ihrem weichen Timbre. Foto: Unruh |